Auf meinen täglichen Streifzügen durch die weite digitale Wunderwelt fand ich neulich einen Bericht zu den aktuellen Anbauflächen gentechnisch veränderter Lebensmittel. Ich war gelinde gesagt schockiert, dass z.B. bei Soja bereits 77% der weltweiten Anbauflächen mit gentechnisch manipulierten Saatgut bestellt werden.
Da frag ich mich nur, wieso wir uns überhaupt noch so gegen die Gentechnik wehren. Denn auf lange Sicht werden durch die natürliche Reproduktion der Pflanzen sich diese Gene auch in den unveränderten Pflanzen wiederfinden.
Darf es dann noch ein Gütesiegel für gentechnik-freie Lebensmittel geben?
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Weltweit. Anbauflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen
1996-2009 in Millionen Hektar.
Anbauflächen 2009
Gentechnisch veränderte Pflanzen: Anbau weltweit auf 134 Millionen Hektar
Auch 2009 hat der Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen weltweit zugenommen. Deren Flächen stiegen gegenüber 2008 um neun auf nunmehr 134 Millionen Hektar. Der Zuwachs betrug in den
Industrieländern drei Prozent (zwei Millionen Hektar) und in den
Entwicklungsländern 13 Prozent (sieben Millionen Hektar).
Überdurchschnittliche Flächensteigerungen gab es in Brasilien und
Burkina Faso. Bei Soja werden rund 77 Prozent der Welterzeugung
mit gv-Sojabohnen erzielt, bei Baumwolle beträgt dieser Anteil 49
Prozent.
Der jährliche Bericht zur weltweiten
kommerziellen Nutzung gentechnisch veränderter Pfanzen wird von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International
Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications)
herausgegeben. Danach sind in den meisten Ländern, in denen gv-Pflanzen
schon seit einigen Jahren
großflächig kultiviert werden, die Anbauflächen auch 2009 weiter
gestiegen.
| |
Fläche* |
Fläche GVO |
Anteil GVO |
|
Soja |
90 |
69 |
77 % |
|
Mais |
158 |
42 |
26 % |
|
Baumwolle |
33 |
16 |
49 % |
|
Raps |
31 |
6,4 |
21 % |
|
Zuckerrübe |
4,4** |
0,5 |
9 % |
Weltweite Anbauflächen in Mio. Hektar

Soja. Anbauflächen weltweit in Mio. ha

Mais. Anbauflächen
weltweit in Mio. ha

Raps. Anbauflächen weltweit in Mio. ha

Baumwolle. Anbauflächen weltweit in Mio. ha |
| USA |
64 |
S,M,B,R,
ZR, Squash, Papaya |
| Brasilien |
21,4 |
S,M,B |
| Argentinien |
21,3 |
S,M,B |
|
Indien |
8,4 |
B |
|
Kanada |
8,2 |
R,M,S, ZR |
|
China |
3,7 |
B, Pappeln, Papaya, Tomaten, Sweet Pepper,
Petunie |
|
Paraguay |
2,2 |
S |
|
Südafrika |
2,1 |
M,S,B |
|
Uruguay |
0,8 |
S,M |
|
Bolivien |
0,8 |
S |
|
Philippinen |
0,5 |
M |
|
Australien |
0,2 |
B,R,Nelken |
|
Burkina Faso |
0,1 |
B |
|
Mexiko |
0,1 |
B,S |
|
Chile |
<0,1 |
M,S,R |
|
Kolumbien |
<0,1 |
B, Nelken |
|
Honduras |
<0,1 |
M |
|
Costa Rica |
<0,1 |
B,S |
|
Ägypten |
<0,1 |
M |
|
EU (sechs Länder) |
<0,1 |
M |
|
Anbauflächen für gv-Pflanzen nach Ländern 2009;
Fläche in Millionen Hektar |
| S =
Sojabohnen, M= Mais, R = Raps, B = Baumwolle, ZR =
Zuckerrüben |
|
|
Quellen: ISAAA Brief No 41-2009 (executive
summary), *USDA, **FAO 2008 |
|
Mit einem Sprung von 15,8 auf 21,4
Millionen Hektar verzeichnete Brasilien den größten Zuwachs.
Bemerkenswert auch Burkina Faso: Nachdem in dem afrikanischen
Land 2008 erstmals gentechnisch veränderte Baumwolle auf 8.500
Hektar ausgebracht worden war, betrug die Fläche ein Jahr später
bereits 115.000 Hektar. In China und Kanada nahm die mit gv-Pflanzen
bewirtschafteten Flächen geringfügig ab.
Die Länder, die gv-Pflanzen auf den
größten Flächen anbauen, sind die USA (64 Mio. Hektar),
Brasilien (21,4), Argentinien (21,3), Indien (8,4) und Kanada
(8,2). Wie 2008 listet der aktuelle ISAAA-Report 25 Länder auf,
die gv-Pflanzen landwirtschaftlich nutzen. Neu hinzugekommen ist
Costa Rica. Deutschland wurde nach dem 2009 verhängten
Anbauverbot aus der Liste der "Gentechnik-Länder" gestrichen.
Weltweit nutzen 14
Millionen Landwirte gv-Pflanzen, überwiegend in
Entwicklungsländern (13 Mio.). Gegenüber 2008 sind 700.00
Landwirte neu hinzugekommen.
Die kommerzielle Nutzung von gv-Sorten
konzentriert sich weiterhin auf Sojabohnen,
Mais, Baumwolle und Raps.
-
Bei Sojabohnen stieg die Anbaufläche für gv-Soja gegenüber 2008
weltweit um 4,9 Prozent von
65,8 auf 69 Mio. Hektar. Die Haupt-Anbauländer liegen in Nord- und Südamerika: USA,
Brasilien, Argentinien, Kanada, Uruguay, Bolivien, Paraguay, Chile,
Mexiko und seit 2009 auch Costa Rica. Auch in Südafrika wurde gv-Soja angebaut.
-
Bei Mais nahmen die mit
gv-Sorten bewirtschafteten Flächen um 10
Prozent auf knapp 42 Mio. Hektar zu, vor allem in den USA,
Argentinien, Kanada, Südafrika, Uruguay, den Philippinen,
Chile und Honduras.
-
Bei Raps legten die Flächen, auf
den gv-Raps ausgesät wurde, um 10 Prozent auf 6,4 Millionen Hektar
zu. Diese befinden sich überwiegend in Kanada; weitere
Anbauländer sind USA und Australien.
-
Die Flächen für gv-Baumwolle
vergrößerten sich 2009 um 3,2 Prozent auf insgesamt 16 Mio.
Hektar. Costa Rica baute 2009 erstmals gv-Baumwolle an.
Damit wird gv-Baumwolle weltweit in 11 Ländern genutzt. An
der Spitze liegen die USA, Indien und China. In Indien
stiegen die Flächen von 7,6 auf 8,4 Millionen Hektar. 2009
entfallen 87 Prozent der indischen Baumwollerzeugung auf
gv-Baumwolle.
-
In den USA sind gv-Zuckerrüben
seit 2007 im Anbau. 2009 liegt dort der Anteil der herbizidresistenten gv-Zuckerrüben
bei 95 Prozent, das entspricht einer Fläche
von 485.000 Hektar. Im Vorjahr betrug der GVO-Anteil 59 Prozent.
Auch in Kanada nutzen die Landwirte gv-Rüben - inzwischen
auf 15.000 Hektar, 96 Prozent der kanadischen Rübenflächen.
In den USA standen auf kleineren Flächen gv-Zucchinis (Squash)
und gv-Papayas, in Australien und Kolumbien gv-Nelken. In Japan wurde 2009 eine gentechnisch veränderte Rose
mit blauer Blütenfarbe auf den Markt gebracht. Der Anbau findet
in Gewächshäusern statt.
In China werden gv-Papayas und
gv-Pappeln genutzt. Zudem soll es einen begrenzten Anbau von gv-Tomaten, Paprika und
Petunien geben. Genauere Angaben dazu enthält der ISAAA-Report
nicht.
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In der EU entwickelt sich die
landwirtschaftliche Nutzung der Grünen Gentechnik gegen den
weltweiten Trend. Vor allem wegen der Anbauverbote in Frankreich und
Deutschland gingen die Anbauflächen für gentechnisch veränderten
Bt-Mais 2009 um etwa 15.000 auf nunmehr 94.000 Hektar zurück. Der
weitaus größten dieser Flächen liegen in Spanien. Auf Bt-Mais
entfallen unverändert 22 Prozent der spanischen Maiserzeugung.
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